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Ich möchte viele Bücher online verkaufen, wie organisiere ich das?

Vorsicht! Wenn Sie privat verkaufen, der Umfang Ihrer Verkäufe jedoch gewerblich erscheint, können teure Abmahnungen und Rechtsstreitigkeiten die Folge sein. Informieren Sie sich vorab bei Ihrem Finanzamt, ob ihre geplanten Verkäufe noch privaten Charakter haben. Eine Definition, ab wann der Handel gewerblich ist, gibt es in Deutschland leider nicht.

Kommen Sie besser nicht auf die Idee, die Bücher kiloweise zu verramschen (das machen Sie nur mit Ladenhütern, die liegenbleiben). Überlegen Sie, wieviel Geld es einbringen würde, selbst wenn jedes Buch für nur 1 Euro verkauft wird. Da kommt einiges zusammen.

1. Sie brauchen Platz

Je nach Umfang der Sammlung kann es einige Monate dauern, bis auch das letzte Buch verkauft ist. Bis dahin müssen Sie die Bücher lagern. Und zwar in einem trockenen Raum, ohne Zigarettenqualm, ohne Küchendunst, ohne Schimmelbildung. Richten Sie sich auch einen Pack-Platz ein, mit Waage, Etiketten, Verpackungsmaterial, Schreibzeug (beschriften Sie die Sendungen am besten von Hand - nichts geht schneller).

2. Schaffen Sie sich Übersicht

Sortieren Sie die Bücher nach Genre. Krimi, Science-Fiction, Liebesromane, Klassiker, usw. Dabei sehen Sie schon, daß es von manchen Autoren mehrere Bücher gibt, die Sie separat stapeln und später schubweise einstellen. Sammler haben dann die Möglichkeit, sich gezielt ihren Einkauf zusammenzustellen.

3. Machen Sie sich keinen Stress, sonst vergeht der Spass an der Sache

Teilen Sie sich die Arbeit in Abschnitte ein, die Sie gut an einem Abend oder am Wochenende bewältigen können. Nehmen Sie sich die Bücher stapelweise vor. Stellen Sie die Artikel nicht auf  Teufel-komm-raus ein, schließlich müssen Sie danach noch abrechnen, packen und verschicken. Werfen Sie zwischendurch immer wieder einen Blick in Ihre Auktionen und suche Sie bebotene Bücher rechtzeitig heraus, aber verpacken Sie sie noch nicht. Viele Käufer kaufen mehr als nur ein Buch! (siehe auch 6.) . Sie müssen kontinuierlich alles abarbeiten, sonst stehen Sie schon nach kurzer Zeit vor einem Berg unerledigter Aufgaben.

4. Timing

Wenn Sie bei eBay verkaufen, dann lassen Sie die Artikel zum Wochenende auslaufen. So haben Sie bis einschl. Sonntag Zeit, Benachrichtigungen zu schreiben. Von den Schnellzahlern ist das Geld  schon am Montag da, die meisten Zahlungen treffen dann am Dienstag und Mittwoch ein. In dieser Zeit sind Sie viel mit Packen und Versenden beschäftigt. Vereinzelte Zahlungen kommen dann noch am Donnerstag und Freitag, diese Bücher geben sie dann am Samstag vormittag zur Post, sie sind dann meistens am nächsten Montag beim Empfänger, das ist immer noch schnell genug. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, es gibt Leute, die ersteigern am Freitag abend, gehen am darauffolgenden Montag kurz vor Schalterschluß mit der Überweisung zur Bank und fragen am Dienstag, wo das Buch bleibt, das sie vor fünf Tagen ersteigert haben. So geht es natürlich nicht, warten Sie den Zahlungseingang ab und versenden Sie erst danach.

5. Legen Sie ein Schema für die Artikelbeschreibungen fest

zum Beispiel: Und wie schon gesagt: verzichten Sie auf das Tippen langer Inhaltsangaben, sie machen nur Arbeit, bringen aber nichts ein.

6. Bieten Sie Service

Die Unart mancher Verkäufer, für jeden Artikel extra Versandkosten berechnen zu wollen, geht bei einem Massenverkauf von Büchern definitiv ins Auge. So schrecken Sie ein für alle mal Käufer ab, die vorhaben, bei Ihnen groß einzukaufen. Ich empfehle sogar, umgekehrt zu verfahren und die Zusammenlegung über einen längeren Zeitraum, beispielsweise über einen ganzen Monat anzubieten. Mit dieser Methode habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. So etwas macht man freilich nur bei Käufern mit gutem Bewertungsprofil.

7. Verwenden Sie Offline-Tools

Jede Verkaufsplattform bietet auch ein Offline-Tool, mit dem Sie ihre Artikel zunächst texten und zusammenstellen und dann in einem Rutsch hochladen. Surfen Sie per Modem, ISDN oder DSL-Zeittarif im Netz, bleibt Ihnen auch kaum etwas anderes übrig, wenn Sie wirtschaftlich arbeiten wollen. Den Luxus, Artikel bei stehender Verbindung Stück für Stück einzutippen, können sich nur DSL-Flatrate oder Volumentarifnutzer erlauben. Prüfen Sie auch, ob Verkaufs- und Abwicklungstools für Sie in Frage kommen.

8. Legen Sie sich nicht auf eine Verkaufsplattform fest

eBay ist unangefochten die Nummer eins, aber es gibt viele Bücher, für die Sie dort auf Anhieb keinen Käufer finden. Bieten Sie sie stattdessen bei booklooker oder Hood an, aber erwarten Sie nicht, daß Sie alle Ihre Bücher spontan verkaufen können. Die Masse macht's. Haben Sie sehr viele Bücher im Angebot, gibt es einen ständigen Strom an Verkäufen, auch wenn einige Exemplare unter Umständen sehr lange brauchen, um verkauft zu werden. Aber irgendwann sind auch die an der Reihe.

9. Onlinebanking

Es spart so viel Arbeit, daß ich es anders gar nicht mehr haben möchte. Zur Bank zu tigern und sich dort Kontoauszüge auszudrucken, um die Zahlungseingänge zu kontrollieren, ist Schnee von gestern, wozu hat man schließlich einen Computer? Mehr dazu unter sicheres Onlinebanking.

10.  Machen Sie Werbung

Besitzen Sie eine eigene Homepage oder verfügen Sie über Webspace, können Sie eine »über-mich«-Seite erstellen? Dann machen Sie Gebrauch davon. Kündigen Sie an, daß Sie soeben eine große Sammlung verkaufen, verlinken Sie auf Ihre Verkäufe, machen Sie Ihren Nicknamen bekannt. Kündigen Sie auch an, welche Autoren oder Serien Sie demnächst anbieten werden. Bei Hood dürfen Sie sogar auf Ihre Verkäufe auf anderen Plattformen hinweisen! (Bei eBay dürfen Sie das keinesfalls - Vorsicht auch bei der Verwendung von Links in Artikelbeschreibungen!). Kommen Sie aber nicht auf die Idee, die Werbetrommel in allen möglichen Foren, Gästebüchern oder im Usenet zu rühren - sowas ist Spam und extrem unbeliebt.
Übrigens - eigener Webspace ist durch nichts zu ersetzen. Das Hinzufügen von Artikelbildern ist oft Einschränkungen unterworfen, und manche Auktionsserver haben zu Stoßzeiten mehr oder weniger große Probleme mit der Performance. Bei eBay kostet es extra, wenn Sie mehr oder größere Bilder hochladen wollen und Freespace-Anbieter mögen es überhaupt nicht, wenn sie mit Auktionsbildern geflutet werden - deshalb investieren Sie lieber ein paar Euro monatlich in eigenen Webspace, da können Sie (fast alles) machen, was Sie wollen und haben Ihre Ruhe.