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Fit fürs Ausland

Warum denn nicht ins Ausland verkaufen? Internationale Marktplätze wie eBay, Amazon oder Abebooks machen es jedem einfach, weltweit Artikel anzubieten.

Die Einführung des Euro ist dabei ein wahrer Segen. Insbesondere US-Amerikaner sind begeistert davon, mit ihrem eBay-Account in vielen europäischen Ländern einkaufen zu können und dabei nur eine einzige Fremdwährung berücksichtigen zu müssen. Sie bieten bereits von sich aus die Bezahlung in Euro an, früher kam dagegen die obligatorische Frage, ob man auch US-Dollars akzeptiert.

Beim weltweiten Postversand gibt es keine Schwierigkeiten, einzig die Höhe der Portokosten unterscheidet sich je nach Zielland. Außerdem ist für die meisten Länder eine Zollinhaltserklärung notwendig. Für ein paar grundlegende Infomationen habe ich Tabellen für Europa und Welt zusammengestellt. Es ist nicht zu empfehlen, jeden Kleinkram international verkaufen zu wollen, die Versandkosten können solch einen Kauf schnell uninteressant werden lassen. Andererseits gibt es Artikel, die im Ausland gefragt sind, u.U. mehr als hierzulande.

Die Sprachbarrieren sind eher gering, wenn man etwas englisch kann. Eine andere Fremdsprache war - zumindest bei meinen Käufen und Verkäufen - nie notwendig. Außerdem wird man auch aus dem Ausland sehr oft auf deutsch angesprochen, vor allem von unseren Grenznachbarn (A und CH sowieso), aber auch aus Osteuropa. Die Beschriftung der Sendungen erfolgt natürlich immer mit unseren Schriftzeichen, auch wenn im Zielland eine andere Schrift gebräuchlich ist.

Das größte Hindernis für Geschäfte mit dem Ausland scheint oft die Bezahlung zu sein, aber auch da gibt es einfache Lösungen:

EU-Länder:

Hier ist keine Zollinhaltserklärung (CN 22, grüner Aufkleber) notwendig.
Einfache Bezahlung per Banküberweisung oder Bezahlsysteme wie PayPal oder Moneybookers. Banküberweisung bevorzugt, da hierfür keine weiteren Dienste benötigt werden. Was der Käufer wissen muß, sind IBAN (int. Kontonummer) und BIC (Kennung der Bank), diese Angaben findet man auf dem Kontoauszug. Mehr Infos findet man auch bei iban.de

Europäische Länder, die nicht der EU angehören:

Keine preiswerte Banküberweisung möglich. Stattdessen kann je nach Nation PayPal oder Moneybookers benutzt werden. PayPal steht für osteuropäische Länder noch nicht zur Verfügung, Moneybookers dagegen schon.

USA, Kanada:

Banküberweisung nicht möglich, denn Amerikaner geben niemals ihre Kontonummer preis. Dreh- und Angelpunkt des bargeldlosen Zahlens ist in Amerika die Kreditkarte. Als schneller Bezahldienst hat sich deshalb PayPal als Standard durchgesetzt. Ansonsten bliebe nur, Bargeld oder Schecks mit der Post zu schicken.

Andere Länder weltweit:

Für viele ist PayPal und/oder Moneybookers verfügbar. Trifft weder das eine noch das andere zu, wird die Transaktion zu einem größeren Risiko - allerdings eher für den Käufer. Denn ohne Möglichkeit, bargeldlos zu zahlen, bleibt ihm meist nichts anderes übrig, als Bargeld per Post zu schicken. Und bevor das nicht eingetroffen ist, wird die Ware nicht abgeschickt.
Akzeptieren kann man dabei nur Euro oder - als einzige Fremdwährung - US-Dollars. Für andere Fremdwährungen können zum Teil erhebliche Gebühren beim Einzahlen berechnet werden, nur Dollars lassen sich billig einlösen.

Sonstiges:

Risiko PayPal?

Was viele Verkäufer auf die Palme bringt, ist das PayPal-Käuferbeschwerdeverfahren. Damit hat der Käufer die Möglichkeit, sein Geld zurückzubekommen, wenn der Verkäufer keine, beschädigte oder falsche Ware liefert. Voraussetzung ist natürlich die Bezahlung über PayPal. Allerdings fühlen sich viele Verkäufer übers Ohr gehauen, wenn der Käufer eine Beschwerde einleitet und sein Geld zurückbekommt, obwohl die Ware korrekt verschickt wurde. Was ist passiert? Antworten findet man auf den (leider sehr unübersichtlichen) PayPal-Seiten:

Der Schutz des Käufers hat für PayPal oberste Priotität, das wird beim Lesen der PayPal-Richtlinien klar. Das ist ja auch richtig so, nicht wenige eBayer sind sowohl Käufer als auch Verkäufer, kennen also beide Seiten und möchten so oder so sicher handeln. Aber: Als Verkäufer muß ich dafür sorgen, dass die Transaktion auch nachträglich noch anhand meiner Belege von Dritten (PayPal-Mitarbeiter) nachvollzogen werden kann! Wenn das nicht möglich ist, bekommt der Käufer sein Geld zurück, wenn er sagt, er hätte keine Ware bekommen und ich nichts in der Hand habe, um das zu widerlegen.

Der Versand von Artikeln, die über PayPal bezahlt wurden, darf somit nicht per Büchersendung, Warensendung, Brief, Päckchen oder Pluspäckchen erfolgen. Bleibt also nur der Paketversand oder ein Einschreiben, wobei noch zu beachten ist, dass auf dem Einschreibebeleg zwar eine Sendungsnummer, jedoch keine Anschrift vermerkt ist. Das Einschreiben mit Rückschein ist zwar teurer, aber noch sicherer. Die Deutsche Post bietet die Statusverfolgung auf ihren Seiten an:
www.deutschepost.de/briefstatus und Track & Trace

Auf keinen Fall sollte man dem Wunsch des Käufers nachkommen, möglichst billig (=unversichert, ohne Beleg) zu versenden. Normalerweise liegt das Transportrisiko beim Käufer, wenn der Verkäufer privat verkauft. Es würde genügen, wenn ich einen Zeugen hätte, der den Versand - die Übergabe an das Transportunternehmen - bestätigt (siehe auch: Was tun bei Versandproblemen?). Nicht so bei PayPal, hier muß, wie bereits gesagt, der Versand beleghaft nachgewiesen werden. Von vornherein schlechte Karten haben gewerbliche Händler, die unversicherten Versand anbieten und die Haftung ausschließen wollen. Das funktioniert in keinem Fall, egal, ob die Abwicklung über PayPal erfolgt oder nicht.

Allerdings kann auch der Käufer nicht sicher sein, das Geld zurückzubekommen, selbst wenn er tatsächlich betrogen wurde. Denn das Einreichen der Beschwerde garantiert noch keine Rückzahlung. Und wenn beim Verkäufer nichts zu holen ist, dann gibt es eben nichts. PayPal trägt die Kosten nicht!

PayPal zwingt somit zu großer Sorgfalt in Bezug auf die Absicherung beim Versand. Ein unbedachter Fehler, und Geld wie Ware sind futsch. Das gleiche gilt aber auch für den Empfang von Zahlungen. Wer Kreditkartenzahlungen akzeptiert, muß wissen, was er tut:
http://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=p/sell/chargeback_risk-outside

Grundsätzlich ist es eine Illusion, zu glauben, eine dritte Partei (PayPal) könne echte Sicherheit garantieren, bei einer Transaktion zwischen zwei völlig Fremden über Ländergrenzen und Kontinente hinweg. PayPal muß man als das sehen, was es ist: Ein schneller, bequemer und internationaler Bezahldienst, aber nicht ohne Risiken. Es ist weder eine Versicherung noch eine Bank. Mein Geld ist erst dann mein Geld, wenn es sich auf meinem Bankkonto befindet. Vorher nicht. Und bei Geschäften mit Unbekannten gilt immer noch der alte Grundsatz: trau, schau, wem. Mehr auch unter Bezahlung & Versand

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